Hallo Community,
nach dem Verkauf meiner treuen P&S Samsung NV11 suchte ich kompetenten Ersatz. Mein Einsatzgebiet - leichte, aber mit DSLR´s auf Augenhöhe agierende P&S (=nutzbare High-ISO-Ergebnisse, Wechselobektive). Mein Wahl fiel auf die Olympus PEN EP-1.
Vs. Samsung NX100 - hat mich weder von der Performance noch von der Zukunftssicherheit überzeugen können (Stichwort: Objektiv-Entwicklung)
Vs. Sony - da steht schon drauf "SO" "NY" - sorry, ist kein Hersteller mit dem ich mich auseinander setzen mag.
Vs. Fuji X100 - das Konzept gefällt, die Möglichkeit das Objektiv nicht wechseln zu können (für kolportierte € 1000,- Einkaufspreis) nicht.
Vs. Panasonic - ich brauch keine kleine DSLR sondern eine P&S - war daher kein Thema
Vs. Olympus EP-L1 - angesichts gleicher technischer Voraussetzungen (abgesehen vom LCD-Sucher) habe ich mich für das hübschere Design entschieden.
Hier nun meine kurz zusammen geschriebenen Eindrücke (bitte beachten - EP-2 unterscheiden sich nur geringfügig - die EP-L´s primär hinsichtlich Gehäuse).
Verarbeitung / Bedienung:
Die PEN selbst ist vollmetall und sehr hochwertig verarbeitet. Letzteres gilt auch für das 17mm f/2.6 Pencake und das 14-42 f/3.5-5.6. Das Pencake glänzt in Silber was den ansonsten hochwertigen Eindruck mindert, das 14-42 kommt in Schwarz daher, wirkt aber deswegen nicht rasend besser. Beide Objektive lassen sich angenehm einfach bedienen.
Alle Bedienelemente der EP-1 haben einen guten und exakten Druckpunkt.
Das "Haupteinstellrad" an der Gehäuserückseite nächst dem Monitor ist übersensibel und kann leicht verstellt werden. Das "Subeinstellrad" ebenfalls an der Gehäuserückseite, allerdings nächst dem Daumen situiert rastet zwar schön ein, lässt sich dafür aber nicht gerade geschmeidig drehen. Schwierig ist den EV zu verstellen - hier bedarf es schon einer gewissen Gewöhnungszeit um den für sich besten Griff zu finden.
Den SDHC-Cardslot zum Akku zu integieren nervt (einfach weil ich´s von den DSLR´s auf der Seite gewöhnt bin). Ebenfalls nervig ist es, gemachte shots durchzuschauen – hier merkt man die P&S-Herkunft deutlich – da gibt´s eine Play-Taste auf die man drücken muss, dann kann man die Ansicht „zoomen“, schließlich wieder ganz zurück zoomen und dann erst das nächste Bild ansehen – extrem mühsam wenn man zwei fast idente shots mal "eben schnell" miteinander vergleichen möchte.
Firmware und GUI:
Während der JPEG-Engine sich als sehr leistungsstark erweist und JPEGs auf Einsteiger-DSLR-Niveau abliefert (dazu später mehr), kann man das von der Menüführung nicht sagen. Weder Bezeichnungen noch die Anordnung der Submenüs etc. wurden wirklich durchdacht - hier ist mE nach wie vor Nikon das Maß aller Dinge wenn es um das bestmögliche GUI geht.
Schnelligkeit:
Das war eine echte Überraschung - wer denkt, er hätte eine übergroße P&S in der Hand wird sich wundert so fix geht die PEN zu Werke. Warten mußte ich noch nie auf sie - weder beim Fokussieren noch beim Wegschreiben der Files oder beim Einschalten.
Display :
Geht ok und liegt ungefähr auf D5000 Niveau - nothing 2 write home about
Objektive:
Das Pencake finde ich echt nett - va. weils in Verbindung mit der schlanken PEN das ist was mir immer unter "klein und leicht" vorgeschwebt ist. Genau das kann man vom doch deutlich größeren 14-42er nicht gerade sagen. Optisch gesehen ist das 17er offenblendentauglich und gewinnt durch abblenden nicht mehr - im Gegenteil. Beim 14-42er würde ich das schon nicht mehr unterschreiben. Beide Objektive leisten sich keine gravierenden Ausrutscher, sind ordentlich scharf - halt echte Kitgläser. Leider sind beide aus Plastik und das 17er noch dazu in billig-silbrig gehalten - passt leider überhaupt nicht zur so eleganten PEN. Schade, dass Olympus hier nicht mal in Ansätzen versuchte den Objektiven die Anmutung der PEN zu verpassen.
Software :
Der Pen liegt ja die "Olympus Master II" Software bei die man ansatzlos kübeln und sich von der Olympus.de-Homepage die aktuelle Software "Olympus Viewer 2" downloaden kann. PEN Besitzer erhalten diese Gratis (unter Angabe einer gültigen Geräte-Seriennummer). Viewer 2 ist der Nachfolger von Olympus Master 2 und Studio 2 bietet u. a. die Möglichkeit, RAW-Dateien zu verarbeiten, die sog. Art-Filter anzuwenden uvm.. MM wertlos - ich verwende meine Nikon-Tools, da auch dieses Stück Olympus-Software nicht gerade der Heuler an ausgereifter Programmierung darstellt und die GUI völlig überfrachtet daher kommt.
Performance:
Autofocus:
eine ganz andere Liga als von P&S Cameras gewöhnt, sehr sicher und sehr zuverlässig, solange man in S-AF bleibt. C-AF (also continous AF) ist sinnbefreit, kann das Kontrast-AF-System hier nicht einmal annähernd mit der billigsten DSLR mithalten. Somit also nichts für bewegte Objekte (Mitziehen geht zwar, wird aber zum Glücksspiel). Nervig: die Auswahl eines einzelnen AF-Feldes wird zur Geduldsprobe dank der weiter oben schon angesprochenen, schlecht designten GUI.
Weißabgleich :
Da gibt sich die PEN keine Blöße und liefert erstaunlich treffsichere Ergebnisse ab, vorallem im Innenraum wo sich die große Mehrheit der Cameras verdammt schwer tut.
High-ISO :
Hier war ich wirklich(!) beeindruckt. Was die kleine EP-1 da abliefert kann auf jeden Fall mit einer D40X / D5k locker mithalten. Sogar ISO6400 sind – perfekte Belichtung vorausgesetzt – noch relativ gut nutzbar (mit ISO3200 ist man aber jedenfalls auf der sicheren Seite). Das mag nach nicht viel klingen im ersten Moment verglichen mit den High-ISO-Giganten von Nikon, nutzt man aber das schnelle 17er in Kombination mit dem angenehmen Rauschverhalten des Olympus Sensors kann man doch erstaunliche shots realisieren.
Mein Fazit
Die PEN ist eine kleine, exzellent verarbeitete Kamera mit der man seriöse Ergebnisse erzielen kann. Die größten Schwächen sind der C-AF bzw. die Unmöglichkeit schnell bewegte Objekte bequem abzulichten und die völlig undurchdachte GUI. Positiv sind va. die High-ISO-Performance zu werten, aber auch der WB und die Gesamtgeschwindigkeite des Systems..
TIPP:
Wer nun mit der Anschaffung einer EP-1 liebäugelt sollte sich an den Olympusmarket wenden. Dort gibt´s günstige Vorführer mit Herstellergarantie für überschaubares Geld (Kit EP-1 inkl. 17mm und 14-42 um rd. 450 EUR inkl. Versand) und einmonatigem Rückgaberecht(!)
Vs. EP-L1 / EP-2 – der Anschluss für den VF-2 (LCD-Sucher) dürfte ggf. ein Kaufargument sein. Dagegen spricht für mich, dass dieser Aufstecksucher zwar gut zu sein scheint, aber irgendwie nicht dazupassen will (aus meiner Sicht)
Vs. EP-L2 – größeres Display – fein, aber dafür zahlt man auch mehr und – im direkten Vergleich – erscheint mir dieses „Update“ zur EP-L1 den Mehrpreis nicht zu rechtfertigen – die beiden zusätzlichen Art-Filter tun´s noch viel weniger.
Cheers
Virgil
nach dem Verkauf meiner treuen P&S Samsung NV11 suchte ich kompetenten Ersatz. Mein Einsatzgebiet - leichte, aber mit DSLR´s auf Augenhöhe agierende P&S (=nutzbare High-ISO-Ergebnisse, Wechselobektive). Mein Wahl fiel auf die Olympus PEN EP-1.
Vs. Samsung NX100 - hat mich weder von der Performance noch von der Zukunftssicherheit überzeugen können (Stichwort: Objektiv-Entwicklung)
Vs. Sony - da steht schon drauf "SO" "NY" - sorry, ist kein Hersteller mit dem ich mich auseinander setzen mag.
Vs. Fuji X100 - das Konzept gefällt, die Möglichkeit das Objektiv nicht wechseln zu können (für kolportierte € 1000,- Einkaufspreis) nicht.
Vs. Panasonic - ich brauch keine kleine DSLR sondern eine P&S - war daher kein Thema
Vs. Olympus EP-L1 - angesichts gleicher technischer Voraussetzungen (abgesehen vom LCD-Sucher) habe ich mich für das hübschere Design entschieden.
Hier nun meine kurz zusammen geschriebenen Eindrücke (bitte beachten - EP-2 unterscheiden sich nur geringfügig - die EP-L´s primär hinsichtlich Gehäuse).
Verarbeitung / Bedienung:
Die PEN selbst ist vollmetall und sehr hochwertig verarbeitet. Letzteres gilt auch für das 17mm f/2.6 Pencake und das 14-42 f/3.5-5.6. Das Pencake glänzt in Silber was den ansonsten hochwertigen Eindruck mindert, das 14-42 kommt in Schwarz daher, wirkt aber deswegen nicht rasend besser. Beide Objektive lassen sich angenehm einfach bedienen.
Alle Bedienelemente der EP-1 haben einen guten und exakten Druckpunkt.
Das "Haupteinstellrad" an der Gehäuserückseite nächst dem Monitor ist übersensibel und kann leicht verstellt werden. Das "Subeinstellrad" ebenfalls an der Gehäuserückseite, allerdings nächst dem Daumen situiert rastet zwar schön ein, lässt sich dafür aber nicht gerade geschmeidig drehen. Schwierig ist den EV zu verstellen - hier bedarf es schon einer gewissen Gewöhnungszeit um den für sich besten Griff zu finden.
Den SDHC-Cardslot zum Akku zu integieren nervt (einfach weil ich´s von den DSLR´s auf der Seite gewöhnt bin). Ebenfalls nervig ist es, gemachte shots durchzuschauen – hier merkt man die P&S-Herkunft deutlich – da gibt´s eine Play-Taste auf die man drücken muss, dann kann man die Ansicht „zoomen“, schließlich wieder ganz zurück zoomen und dann erst das nächste Bild ansehen – extrem mühsam wenn man zwei fast idente shots mal "eben schnell" miteinander vergleichen möchte.
Firmware und GUI:
Während der JPEG-Engine sich als sehr leistungsstark erweist und JPEGs auf Einsteiger-DSLR-Niveau abliefert (dazu später mehr), kann man das von der Menüführung nicht sagen. Weder Bezeichnungen noch die Anordnung der Submenüs etc. wurden wirklich durchdacht - hier ist mE nach wie vor Nikon das Maß aller Dinge wenn es um das bestmögliche GUI geht.
Schnelligkeit:
Das war eine echte Überraschung - wer denkt, er hätte eine übergroße P&S in der Hand wird sich wundert so fix geht die PEN zu Werke. Warten mußte ich noch nie auf sie - weder beim Fokussieren noch beim Wegschreiben der Files oder beim Einschalten.
Display :
Geht ok und liegt ungefähr auf D5000 Niveau - nothing 2 write home about
Objektive:
Das Pencake finde ich echt nett - va. weils in Verbindung mit der schlanken PEN das ist was mir immer unter "klein und leicht" vorgeschwebt ist. Genau das kann man vom doch deutlich größeren 14-42er nicht gerade sagen. Optisch gesehen ist das 17er offenblendentauglich und gewinnt durch abblenden nicht mehr - im Gegenteil. Beim 14-42er würde ich das schon nicht mehr unterschreiben. Beide Objektive leisten sich keine gravierenden Ausrutscher, sind ordentlich scharf - halt echte Kitgläser. Leider sind beide aus Plastik und das 17er noch dazu in billig-silbrig gehalten - passt leider überhaupt nicht zur so eleganten PEN. Schade, dass Olympus hier nicht mal in Ansätzen versuchte den Objektiven die Anmutung der PEN zu verpassen.
Software :
Der Pen liegt ja die "Olympus Master II" Software bei die man ansatzlos kübeln und sich von der Olympus.de-Homepage die aktuelle Software "Olympus Viewer 2" downloaden kann. PEN Besitzer erhalten diese Gratis (unter Angabe einer gültigen Geräte-Seriennummer). Viewer 2 ist der Nachfolger von Olympus Master 2 und Studio 2 bietet u. a. die Möglichkeit, RAW-Dateien zu verarbeiten, die sog. Art-Filter anzuwenden uvm.. MM wertlos - ich verwende meine Nikon-Tools, da auch dieses Stück Olympus-Software nicht gerade der Heuler an ausgereifter Programmierung darstellt und die GUI völlig überfrachtet daher kommt.
Performance:
Autofocus:
eine ganz andere Liga als von P&S Cameras gewöhnt, sehr sicher und sehr zuverlässig, solange man in S-AF bleibt. C-AF (also continous AF) ist sinnbefreit, kann das Kontrast-AF-System hier nicht einmal annähernd mit der billigsten DSLR mithalten. Somit also nichts für bewegte Objekte (Mitziehen geht zwar, wird aber zum Glücksspiel). Nervig: die Auswahl eines einzelnen AF-Feldes wird zur Geduldsprobe dank der weiter oben schon angesprochenen, schlecht designten GUI.
Weißabgleich :
Da gibt sich die PEN keine Blöße und liefert erstaunlich treffsichere Ergebnisse ab, vorallem im Innenraum wo sich die große Mehrheit der Cameras verdammt schwer tut.
High-ISO :
Hier war ich wirklich(!) beeindruckt. Was die kleine EP-1 da abliefert kann auf jeden Fall mit einer D40X / D5k locker mithalten. Sogar ISO6400 sind – perfekte Belichtung vorausgesetzt – noch relativ gut nutzbar (mit ISO3200 ist man aber jedenfalls auf der sicheren Seite). Das mag nach nicht viel klingen im ersten Moment verglichen mit den High-ISO-Giganten von Nikon, nutzt man aber das schnelle 17er in Kombination mit dem angenehmen Rauschverhalten des Olympus Sensors kann man doch erstaunliche shots realisieren.
Mein Fazit
Die PEN ist eine kleine, exzellent verarbeitete Kamera mit der man seriöse Ergebnisse erzielen kann. Die größten Schwächen sind der C-AF bzw. die Unmöglichkeit schnell bewegte Objekte bequem abzulichten und die völlig undurchdachte GUI. Positiv sind va. die High-ISO-Performance zu werten, aber auch der WB und die Gesamtgeschwindigkeite des Systems..
TIPP:
Wer nun mit der Anschaffung einer EP-1 liebäugelt sollte sich an den Olympusmarket wenden. Dort gibt´s günstige Vorführer mit Herstellergarantie für überschaubares Geld (Kit EP-1 inkl. 17mm und 14-42 um rd. 450 EUR inkl. Versand) und einmonatigem Rückgaberecht(!)
Vs. EP-L1 / EP-2 – der Anschluss für den VF-2 (LCD-Sucher) dürfte ggf. ein Kaufargument sein. Dagegen spricht für mich, dass dieser Aufstecksucher zwar gut zu sein scheint, aber irgendwie nicht dazupassen will (aus meiner Sicht)
Vs. EP-L2 – größeres Display – fein, aber dafür zahlt man auch mehr und – im direkten Vergleich – erscheint mir dieses „Update“ zur EP-L1 den Mehrpreis nicht zu rechtfertigen – die beiden zusätzlichen Art-Filter tun´s noch viel weniger.
Cheers
Virgil