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Sensorausleseproblem einer spiegellosen Systemkamera

graf_d

CI-Pate
Mitglied seit
9 Jan 2009
Beiträge
7,050
Hallo zusammen
Seit einer gewissen Zeit fotografiere ich mit einer spiegellosen Systemkamera, nämlich einer canon R6 Mark2.
Nun stelle ich folgendes Verhalten fest.
In einer umgebauten ehemaliger Turnhalle mit Bühne haben sie alle Lichter in LED umgestellt. Seit dem bekommen die Bilder mit der spiegelosen Kamera horizontale Streifen.

Hier ein Beispiel:

2024-01-05-20-18-16_0004.JPG

Einfach direkt von RAW als JPG gespeichert.


Geht man die ganzen Sache mal auf die Spur und liest sich durch gewisse Foren, stellt man fest, dass alle solche Spiegellosen dieses Verhalten kennen, mehr oder weniger stark.
Mein EOS R6 Mark 2 sollte dieses Phänomen besser händeln können als sein Vorgängermodell R6.
Meine 5D M4 hatte dieses Phänomen noch nie.

Eine Erklärung ist das zeilenweise Auslesen/Speichern der Bildinformation. LED leuchten nicht gleichmässig, haben reglmässige Unterbrüche, die der Mensch nicht wahrnimmt, die Kamera eben schon.
Weiter hängt es auch mit dem elektronischen Verschluss zusammen, aber eben, im Theater gilt eigentlich je leiser eine Kamera um so besser. Jetzt habe ich wohl eine Kamera, die ich in dieser Halle nicht mehr einsetzen kann. Aber eben es gibt auch Bilder, wo dies nicht auffällt.

Wie hier
2024-01-05-23-00-53_2039.jpg


obwohl diese Streifen hier auch vorhanden sind wie

es dieses Bild zeigt.

2024-01-05-23-27-27_2330.jpg


Eine schwere Entscheidung steht an, künftig auf den Einsatz der R6 in dieser Halle zu verzichten und wieder mit der 5D dort zu erscheinen.
Die Vorteile der R6 wird durch dieses Verhalten so ziemlich zerstört...

Ich werde das nächste mal in dieser Halle mit dem mechanischen Verschluss Vergleichsbilder machen aber auch hauptsächlich die 5D einsetzen.
Dann werde ich wohl mit der Canon Schweiz das Gespräch suchen müssen.

Habt ihr eine Idee, wie man diesem Phänomen aus dem Weg gehen kann?
 
Hallo Dieter,
Du meinst wahrscheinlich den Rolling-Shutter-Effekt, u.a. hier nachzulesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Rolling-Shutter-Effekt

Im Erklärungs-Artikel wird auch eine technologische Lösung angeboten, die in der Canon R6 M2 allerdings nicht zur Verfügung steht.

Grüße
Andreas
 
Ich habe mich gestern bei meinen Fotografenkollegen, fotografiert mit Nikon, über seine Erfahrung mit diesem Rolling-Shutter-Effekt informiert. Wir beide fotografieren für die Oltner Kabarettage, er die Lesungen für den Knapp Verlag und ich diese für den Verein Art.I.G. Wir kennen also die Bühnen und Auftrittsorte in Olten.
Er hat nur gelacht und gesagt, du fotografierst lautlos, absolut lautlos. Dann habe er das Problem auch. Ich muss diese Funktion ausschalten. Diese spieglelosen Kameras sind von "Natur" aus ja schon sehr leise.
Ich habe nun mal die beiden beiden Auslösearten, mechanisch und elektronisch "angehört" und habe nun auf den elektronischen Verschluss umgestellt. Jetzt gilt es auf den nächsten Einsatz zu warten.
Ich werde dann hier das Ergenis zeigen.
 
Hier nun Bilder mit dem elektronischen Verschluss und ISO16000, nur weil ich es an der Kamera verstellt habe, gopf...

Anlässlich der GV der Oltner Kabaretttage und der Vorstellung des neuen Festivalsprogramms tritt immer ein Künstler auf. Dieses Jahr war es Michael Elsener, ein begnadeter Stimmen Imitator, der auch die Bewegungen der nachgemachten Person kopiert,inkl. Pingu :lol: .

01
24-03-19_24-03-19_0439.webp


02
24-03-19_24-03-19_0464.webp


03
24-03-19_24-03-19_0529.webp
 
Ist zwar schon ein bißchen spät für eine Antwort, aber der Vollständigkeit halber hier die Auflösung des Streifen-Rätsels:
Rolling-Shutter-Effekt
Mitnichten, es handelt sich um pulsweitenmoduliertes Licht . Das ist quasi wie der Blinker am Auto – geht immer an und wieder aus. Damit läßt sich die Helligkeit regeln. Die Kameras heutzutage sollten das erkennen., Bei meiner EOS R6 kann ich das als "Anti-Flacker-Aufn." einstellen – ist bei mir aber zu Gunsten der Auslöseveverzögerung abgeschaltet.

Grüße
Volzotan
 
Danke für die Korrektur, Volzotan. Da hatte ich wohl nicht gründlich genug gelesen, als Dieter schrieb, dass der Streifen-Effekt erst seit Einsatz der LED-Beleuchtung auftritt.

Grüße
Andreas
 
Danke für die Korrektur, Volzotan. Da hatte ich wohl nicht gründlich genug gelesen, als Dieter schrieb, dass der Streifen-Effekt erst seit Einsatz der LED-Beleuchtung auftritt.

Grüße
Andreas

Ja, macht es. Bei den alten Beleuchtungen gibt es die Streifen nicht.


Ist zwar schon ein bißchen spät für eine Antwort, aber der Vollständigkeit halber hier die Auflösung des Streifen-Rätsels:

Mitnichten, es handelt sich um pulsweitenmoduliertes Licht . Das ist quasi wie der Blinker am Auto – geht immer an und wieder aus. Damit läßt sich die Helligkeit regeln. Die Kameras heutzutage sollten das erkennen., Bei meiner EOS R6 kann ich das als "Anti-Flacker-Aufn." einstellen – ist bei mir aber zu Gunsten der Auslöseveverzögerung abgeschaltet.

Grüße
Volzotan
Das "Antiflacker" kann man einstellen aber war nicht zufrieden. Das Problem ist der Lichtwechsel und das mangelnde Vertrauen in die Kamera. Wenn jedesmal die Kamera das Flackern "berechnen" muss, verliere ich Sekunden und vorallem den Künstler in seiner "fotogenen" Pose.
Nun macht halt die Kamera wieder "Lärm" welches wohl nur mich stört.

Andererseits, wo ich das schreibe, lautlos oder mit Geräusch müssen 2 paar "Schuhe" sein. Ansonsten hätte ich auch bei andern Shuttereinstellungen solche Streifen.

Was mich aber besonders ärgert. Da kaufe ich 3000CHF teure Kamera und kann nicht lautlos. Aber die kleine Olympus für knappe 1000CHF kann das problemlos. Also ist das ein technisches Problem, was die Grossen - für teures Geld - einfach nicht können.

Da spielt es auch keine Rolle, wie man das Problem benennt oder woher es kommt...
 
Mal grundsätzlich: Rolling-Shutter-Effekte rühren vom zeilenweisen Auslesen des Sensors her. Typisch an den gebogenen Propellern beim Filmaufnahmen von Flugzeugen zu erkennen. Das ist ein Effekt, der aber auch allein durch den Schlitzverschluß einer Kamera ausgelöst werden kann – durch den Schlitz wird schließlich das Bild ebenfalls quasi Zeile für Zeile belichtet, egal ob analog oder digital.

Deine oben gezeigten Streifen sehen aber tatsächlich nach PWM-geregegelten LEDs aus. Dabei steuert eben die Frequenz, mit der die LEDs ein- und wieder ausgeschaltet werden, letztendlich die Helligkeit der Lampe. Tatsächlich flackert deshalb das Licht, was zum Beispiel bei Handydisplays zur Reizung der Augen führen kann. Bei Kameras kommt nun noch die Belichtungszeit dazu. Wenn Deine Belichtungszeit kürzer ist als die Dunkelphase der LED und Du genau in dieser auslöst, kann es passieren, dass das Bild schwarz wird. Vielleicht gibt es in den Lampen aber auch unterschiedliche Gruppen an LEDs, die nacheinander angesteuert werden, um eben möglichst flackerarmes Licht zu erzielen. Auch dabei könnte bei genügend kurzer Belichtungszeit in der Umschaltphase der Streifeneffekt auftreten.

Mein Tipp ist also: Probiere es mit längeren Belichtungszeiten. Der elektronische Verschluß sollte auch dabei funktionieren. :z04_5769: Vielleicht kommst Du ja sogar mal außerhalb der Aufführungen in das nämliche Theater und kannst während der Proben oder ähnlichem das mal ausprobieren oder einen Vergleich zwischen den beiden Kameras machen.

Grüße
Volzotan
 
Mal grundsätzlich: Rolling-Shutter-Effekte rühren vom zeilenweisen Auslesen des Sensors her. Typisch an den gebogenen Propellern beim Filmaufnahmen von Flugzeugen zu erkennen. Das ist ein Effekt, der aber auch allein durch den Schlitzverschluß einer Kamera ausgelöst werden kann – durch den Schlitz wird schließlich das Bild ebenfalls quasi Zeile für Zeile belichtet, egal ob analog oder digital.

Deine oben gezeigten Streifen sehen aber tatsächlich nach PWM-geregegelten LEDs aus. Dabei steuert eben die Frequenz, mit der die LEDs ein- und wieder ausgeschaltet werden, letztendlich die Helligkeit der Lampe. Tatsächlich flackert deshalb das Licht, was zum Beispiel bei Handydisplays zur Reizung der Augen führen kann. Bei Kameras kommt nun noch die Belichtungszeit dazu. Wenn Deine Belichtungszeit kürzer ist als die Dunkelphase der LED und Du genau in dieser auslöst, kann es passieren, dass das Bild schwarz wird. Vielleicht gibt es in den Lampen aber auch unterschiedliche Gruppen an LEDs, die nacheinander angesteuert werden, um eben möglichst flackerarmes Licht zu erzielen. Auch dabei könnte bei genügend kurzer Belichtungszeit in der Umschaltphase der Streifeneffekt auftreten.

Mein Tipp ist also: Probiere es mit längeren Belichtungszeiten. Der elektronische Verschluß sollte auch dabei funktionieren. :z04_5769: Vielleicht kommst Du ja sogar mal außerhalb der Aufführungen in das nämliche Theater und kannst während der Proben oder ähnlichem das mal ausprobieren oder einen Vergleich zwischen den beiden Kameras machen.

Grüße
Volzotan

Guter Tipp, danke Volzotan
 
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