@ Arne / Klaus
Ja, ist schon komisch, dass immer durchklingt: Marge = Gewinn = schlecht. Warum eigentlich??
Vielleicht mal zur groben Begriffsklärung: Mit MARGE wird üblicherweise die Differenz in % beschrieben, die beim HÄNDLER zwischen dem Erlös und dem Einkaufspreis liegt. Diese Marge schwankt branchenabhängig zwischen weniger als 10 % z.B. im Computerhandel (deswegen sucht man dort Beratung auch meist vergeblich, die kostet nämlich Geld) und über 50% in Nischenmärkten. Die Handelsspanne eines Leica-Händlers liegt unter 30%. Wenn sie 30% wäre, würde die Rechnung des Händlers so aussehen (ich lasse mal Nachkommaziffern weg, VK heißt Verkaufspreis, EK Einkaufspreis):
VK inkl. MWSt = 4.195
darin 16% MWSt = 579
VK ohne MWSt = 3.616
EK ohne MWSt = 2.531 (= VK ohne MWSt minus 30%)
seine Spanne = 1.085
Die Spanne heißt auch Rohgewinn, und dieser ist zu unterscheiden vom Gewinn. Vom Rohgewinn müssen schließlich noch alle anderen Kosten bezahlt werden: Ladenmiete, Personal, Versicherungen, Werbung, Steuerberater - lassen wir’s dabei.
Verkauft der Händler eine M8 im Monat, geht er sehr schnell pleite, verkauft er mehr, macht er ab einem bestimmten Punkt keinen Verlust/keinen Gewinn, erst danach bleibt als Gewinn was übrig (ach, und dann noch die Steuer!).
Wie hoch also wirklich der Gewinn ist hängt vom Erfolg des Händlers ab. Ich wünsche jedem guten Händler einen Erfolg, damit einen Gewinn, nur so bleibt er mir erhalten. Ich habe keine Lust, meine künftigen Leica- oder ähnliche Käufe nur übers Web zu tätigen...
Nix für ungut für den kleinen Exkurs in die "schlimmen" Gefilde der Betriebswirtschaft, außerhalb derer der Begriff "Gewinn" gerne als etwas äußerst schlechtes gesehen wird ("Geiz ist geil" läßt grüßen).
Holger